Mobilgeräte machen auch Non-Desk-Mitarbeiter*innen digital
In zahlreichen kleinen und mittelständischen Unternehmen treffen wir auf folgende Mobilstrategie: Führungsebene, Management, Vertrieb und einige handverlesene Angestellte werden mit Smartphones und Tablets ausgestattet. Gerne mit den teuren, man will ja nicht kleinlich sein.
Der Rest der Belegschaft geht hingegen leer aus.
Begründet wird dies meist mit den operativen Anforderungen. Klar, Geschäftsführer und Sales Reps müssen telefonieren können, auch mobil. Und ja, Mitarbeiter*innen, die in Fertigung und Produktion am Fließband stehen oder im Einzelhandel an der Kasse sitzen („Non-Desk“-Bereiche), kommen im Job auch ohne Firmenhandy aus.
Meist schwingt hier wenig subtil auch ein Hierarchieaspekt mit. Ist letztendlich ähnlich wie früher mit den Firmenwagen.
Biste was, dann kriegste was.
Das mögen manche derer, die nichts kriegen, als ungerecht empfinden – nicht ganz zu Unrecht, wie wir meinen. Durch ein solches Vorgehen wird aber nicht nur das Vertrauen in die Unternehmensführung, die Wertschätzung und das Gerechtigkeitsempfinden strapaziert – es wird auch enorm viel Potenzial verschwendet, was die Digitalisierungsstrategie des Unternehmens in Bezug auf Prozessoptimierung, Automatisierung und interne Kommunikation angeht. Dazu gleich mehr.
Alle Beschäftigten ins digitale Boot holen
„Non-Desk-Worker“, „Deskless Worker“, „Frontline Worker“, „Blue Collar Worker“ – während das Englische gleich eine ganze Reihe von Bezeichnungen bietet, gibt es außer dem simplen „Arbeiter*in“ leider keinen griffigen Begriff im Deutschen für die Belegschaft abseits der Bildschirmarbeitsplätze.
Man denkt vorrangig an die produzierende Industrie und den Einzelhandel. Gemeint sind aber schlicht alle Beschäftigten, die nicht in Büro-, Handels-, Dienstleistungs- und ähnlichen Berufsbildern tätig sind:
- Handwerker*innen,
- Mechaniker*innen,
- Gebäudereiniger*innen,
- Arbeiter*innen in der Fertigung,
- Packaging,
- Logistik,
- Gastronomie,
- Landwirtschaft,
- Metallverarbeitung,
- Bergbau und so weiter.
Bei der Ausstattung mit Firmenhandys und Business-Tablets bleiben die Arbeiter*innen gewöhnlich außen vor. Dabei bietet gerade hier das Firmenhandy – oder Tablet – eine relativ günstige Möglichkeit, den Digitalisierungsgrad nachhaltig zu steigern – und die Mitarbeiterzufriedenheit gleich mit.
Lese hierzu auch: Wie Henkel 6.000 Tarifmitarbeiter*innen mit iPads ausstattete
Auch „Blue Collar Worker“ wollen ein Smartphone
Das hat zwei ganz einfache Gründe.
- Auch wenn man in der Fertigung steht, braucht man ein Smartphone. Privat braucht oder möchte nämlich heutzutage so gut wie jeder deutsche Erwachsene ein Smartphone.
- Ein privat nutzbares Firmenhandy oder Tablet ist als Mitarbeitervorteil relativ günstig, bietet aber weitreichende Möglichkeiten, um die Digitalisierung bei der Belegschaft zu beflügeln.
Digitale Kommunikationskanäle für alle Angestellten
Zunächst lassen sich über Smartphones spielend leicht unternehmensweite digitale Kommunikationskanäle etablieren. Sei es über fertige Tools wie Slack, sei es über eigene App-Entwicklungen des Unternehmens.
Mit einem Smartphone können plötzlich auch die Non-Desk-Mitarbeiter*innen am Geschehen im Unternehmen einfacher und besser teilnehmen. Hier einige Beispiele:
- unternehmensweite oder gruppenspezifische Echtzeit-Kommunikation über Groups/Channels,
- Aufbrechen kommunikativer Silos,
- Aktivierung der Non-Desk-Mitarbeiter*innen für digitale interne Kommunikation,
- digitale Feedbackrunden ermöglichen Teilhabe an der Unternehmenskultur,
- mehr Transparenz und Informationen über Unternehmensentwicklung,
- mehr Interaktion = mehr Identifikation.
Die Kommunikation wird im Unternehmen insgesamt transparenter – und alle können sich beteiligen. Das schärft das Unternehmensprofil und stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl („Community Building“).
Unternehmen können Angestellte zum Beispiel in Mitarbeiterumfragen um Rückmeldung bitten und damit Problemfelder und Pain Points leichter identifizieren und genauer gewichten.
Das Ziel bei einer solchen Themenerkennung ist natürlich stets, die Beschäftigten durch einen wertschätzenden Umgang zu binden und unnötige personelle Fluktuationen zu vermeiden.
Digitalisierung organisatorischer Prozesse
Auch die Organisation kann durch Smartphones einen echten Schub erleben: wiederkehrende Prozesse können automatisiert, händische oder papiergebundene Vorgänge digitalisiert werden.
Klassiker in diesem Bereich sind die Felder Dienstplanung und Arbeitszeiterfassung. Mit den passenden digitalen Tools werden die Arbeitspläne und die Stundenabrechnungen einfach und schnell digital gefüttert und stehen in der Lohnbuchhaltung sofort zur Verfügung, Cloud sei Dank! Das leidige Ausfüllen von Urlaubsanträgen hat ebenfalls ein sofortiges Ende.
Digitale Kompetenzen des Personals fördern – mit mobilen Endgeräten
Angenehmer Nebeneffekt: Durch das „Learning by Doing“ werden die digitalen Kompetenzen der Mitarbeiter*innen systematisch geschult und Berührungsängste abgebaut.
Diensthandy als Benefit
In den Achtzigern war der PC das Mittel zur Digitalisierung: Man stellte sich einen riesigen Desktop-PC auf den Tisch und wurde produktiv. Das erreichte aber eben nur die, die eben auch einen Tisch hatten.
Voraussetzung ist natürlich auch heute noch, dass die Kolleg*innen mit funktionierender Hardware ausgestattet sind. Das Smartphone bietet die Möglichkeit, auch die „schreibtischlosen“ Mitarbeiter*innen zu integrieren. Deshalb bieten zahlreiche Unternehmen ihren Angestellten auch schon Smartphones oder Tablets als Benefit an. Und deswegen vertrauen „Thought Leader“ wie EY oder contentful schon auf Everphone: Weil sie wissen, dass das Smartphone eine der Schlüsselkomponenten bei der Digitalisierung sein wird. Hier kannst du nachlesen, warum das Firmenhandy als Mitarbeitervorteil ein echter Renner ist.
Einige Unternehmen scheuen jedoch den organisatorischen und finanziellen Aufwand, der damit verbunden ist. Was dann? Kann ein Unternehmen seine Arbeiter*innen digital fördern, ohne Unsummen für die ja durchaus hochpreisigen Smartphones und Tablets auszugeben?
Ja, das geht – per Mitarbeiterzuzahlung.
Mitarbeiterzuzahlung
Warum die Angestellten nicht einfach an den Kosten für ein Firmengerät beteiligen? In unserem Device-as-a-Service-Format Choose your own Device beispielsweise können sich Angestellte ihr Firmengerät selbst aussuchen – bei hochpreisigen Modellen wie iPhones Pro/Pro Max müssen sie aber etwas zu den Kosten beisteuern. Das Firmenbudget bleibt so für alle Angestellten gleich – die Differenz zum jeweiligen Mietpreis zahlt dann jede*r selbst. Das ist übrigens auch dem Gerechtigkeitsempfinden in der Belegschaft zuträglich.
Der Clou: Da dieses Co-Payment in der Regel über eine Bruttoentgeltumwandlung umgesetzt wird, zahlen Angestellte extrem wenig für ein hochperformantes Smartphone oder Tablet ihrer Wahl. Apple oder Samsung? Das bleibt jedem selbst überlassen.
Fazit: Digitalisierung der Non-Desk-Worker
Unternehmen haben viele Möglichkeiten, den Digitalisierungsgrad der Belegschaft zu erhöhen. Dass dies extrem wichtig ist, zeigt sich schon durch einen kurzen Blick auf die Zahlen: Es gibt in Deutschland viermal so viele Non-Desk-Worker wie Büro- und Wissensarbeiter*innen – die digitale Transformation muss also aus dem „Silo-Office“ schnellstmöglich raus.
Smarte mobile Endgeräte wie das Smartphone oder Tablet bieten eine gute Möglichkeit, bei der Digitalisierung der „Deskless Worker“ anzusetzen, ihnen das Arbeitsleben zu erleichtern und sie besser im Unternehmen einzubinden. Also: einfach mal machen.
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