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    Ganz schön teuer: eine Liste der höchsten DSGVO-Strafen

    DatensicherheitMobiles Arbeiten
    12. Juli 20198 Min. Lesezeit
    Ganz schön teuer: eine Liste der höchsten DSGVO-Strafen

    Liste der höchsten DSGVO-Strafen (Europa)

    Wer musste bislang am tiefsten für die DSGVO in die Tasche greifen?

    Die nachfolgende Liste führt einige der Bußgelder der DSGVO in Europa oberhalb der 100.000-Euro-Marke auf. Mit der stetig steigenden Anzahl der verhängten Geldstrafen können wir leider für die Vollständigkeit nicht mehr garantieren. Bußgelder deutscher Unternehmen findest du in einer eigenen Tabelle weiter unten.

    Bitte beachte, dass noch nicht alle Bußgelder (beziehungsweise die anhängigen Verfahren) rechtskräftig sind. Teilweise laufen noch Widerspruchsfristen. In diesem Sinne ist dies eine Liste der voraussichtlichen oder angekündigten DSGVO-Bußgelder. Die Strafen in Deutschland findest du in einer zweiten Tabelle weiter unten.

    Auch private Mobilgeräte am Arbeitsplatz (BYOD = Bring Your Own Device) sind ein DSGVO-Risiko. Kennst du schon unser Whitepaper dazu?

    Unternehmen

    Land

    Strafe

    Grund

    Meta (Facebook)

    Irland

    1.200.000.000 Euro

    Unrechtmäßige Datentransfers in die USA (Art. 46 DSGVO)

    Amazon

    Luxemburg

    746.000.000 Euro

    Verarbeitung personenbezogener Daten ohne gültige Rechtsgrundlage

    Tiktok

    Irland

    530.000.000 Euro

    Datentransfer an chinesische Mitarbeiter ohne ausreichenden Schutz (Art. 44–46 DSGVO)

    Meta (Instagram)

    Irland

    405.000.000 Euro

    Unzureichender Schutz von Minderjährigendaten

    Linkedin

    Irland

    251.000.000 Euro

    Verhaltensanalyse auf Basis ungültiger „berechtigter Interessen"

    British Airways

    Vereinigtes Königreich

    204.040.000 Euro (183.390.000 Pfund)

    Der Fluggesellschaft werden mangelhafte Sicherheits­vorkehrungen vorgeworfen, die zu einem massiven Daten­diebstahl führten. (Link)

    Marriott International Inc.

    Vereinigtes Königreich

    110.362.951 Euro (99.200.396 Pfund)

    Die Hotelkette ließ über mehrere Jahre die massenhafte Offenlegung von Kundendaten zu. (Link)

    Google Inc.

    Frankreich

    50.000.000 Euro

    Die Informationen zur Speicherung und Weiter­verarbeitung von Nutzerdaten im mobilen Betriebs­system Android waren nicht DSGVO-konform zugänglich, sondern in einem Untermenü versteckt. (Link)

    TIM SpA

    Italien

    27.802.946 Euro

    Nach Untersuchungen der Behörde wurden millionenfach Werbeanrufe im Auftrag des Unternehmens durch Call-Center durchgeführt, in zahllosen Fälle ohne wirksame Einwilligung. (Link)

    Österreichische Post AG

    Österreich

    18.000.000 Euro

    Die Datenschutz­behörde sah es als er­wiesen an, dass das Unter­nehmen In­for­mationen zur ver­meintlichen po­li­tischen Affinität seiner Kund*innen ge­sammelt und ver­ar­beitet hat. Auch die Weiter­ver­arbeitung von Daten über die Paket­frequenz und die Häufig­keit von Um­zügen zum Zweck des Direkt­marketings wurde als Rechts­verstoß ge­ahndet. (Link)

    Eni gas e luce SpA

    Italien

    8.500.000 Euro

    Das Unternehmen führte ohne Einwilligung der kontaktierten Personen Werbeanrufe durch. Zudem gab es nicht die erforderlichen technischen und organisatorischen Maßnahmen, um Werbewidersprüche der Nutzer*innen zu verarbeiten. (Link)

    Google LLC

    Schweden

    6.992.842 Euro (75.000.000 Kronen)

    Google setzte Anordnungen der schwedischen Datenschutzbehörde nicht beziehungsweise nicht rechtzeitig um. (Link)

    Eni gas e luce SpA

    Italien

    3.000.000 Euro

    Die Aufsichtsbehörde stellte fest, dass bei dem Unternehmen nach ausgesprochenen Kündigungen heimliche Vertragsverlängerungen im Kundenerfassungssystem ohne Einwilligung vermerkt wurden. (Link)

    Bulgarian National Revenue Agency

    Bulgarien

    2.607.495 Euro (5.100.000 BGN)

    Unzureichende technische und organisatorische Maßnahmen ermöglichten es Hackern, in die Datenbank des Finanzverwalters einzudringen. Millionen Datensätze von Kund*innen und sensible Unternehmensdaten wurden so angegriffen. (Link)

    Vincall s.r.l.s

    Italien

    2.018.000 Euro

    Die Datenschutzbehörde stellte 78 Verstöße wegen unrechtmäßiger Datensammlung und 155 Verstöße wegen unrechtmäßiger Datenverarbeitung fest. (Link)

    UWV - Uitvoeringsinstituut Werknemersverzekeringen

    Niederlande

    900.000 Euro

    Fehlende Mehrfachauthentifizierung bei Krankheits- und Abwesenheitsdaten von Angestellten in einem Abwesenheitssystem (Link)

    Nicht benanntes Unternehmen

    Niederlande

    725.000 Euro

    Erhebung biometrischer Daten der Mitarbeiter*innen (Fingerabdrücke), die die eindeutige Identifizierung dieser natürlichen Personen ermöglichen oder bestätigen, ohne ausreichende Einwilligung (Link)

    Morele.net Sp. z o. o.

    Polen

    660.000 Euro

    Daten von über zwei Millionen Personen gerieten aufgrund mangelnder Sicherheitsvorkehrungen in die Hände von Cyberkriminellen. (Link)

    Fastweb S.p.A.

    Italien

    600.000 Euro

    Telemarketing ohne Einwilligung oder sogar trotz Widerspruchs der Betroffenen. (Link)

    Cathay Pacific Airways Limited

    Vereinigtes Königreich

    590.821 Euro (500.000 Pfund)

    Unverschlüsselte Datensicherungen der Datenbanken sorgten über Jahre für massiven Abfluss von Passagierdaten. (Link)

    DSG Retail Ltd

    Vereinigtes Königreich

    586.972 Euro (500.000 Pfund)

    Datenabfluss und -missbrauch durch unzureichende Maßnahmen zum Schutz von Kassensystemen. (Link)

    Facebook Ireland Ltd

    Vereinigtes Königreich

    579.000 Euro (500.000 Pfund)

    Datenabfluss via „Cambridge Analytica“. Nach Ansicht der ICO räumte Facebook App-Entwicklern Zugang zu Nutzerdaten ein, ohne dass dies notwendig gewesen wäre. (Link)

    CRDNN Limited

    Vereinigtes Königreich

    574.675 Euro (500.000 Pfund)

    3.000 Beschwerden über aggressives Telemarketing und belästigende Telefonanrufe. (Link)

    Koninklijke Nederlandse Lawn Tennisbond (KNLTB)

    Niederlande

    525.000 Euro

    Unerlaubter Verkauf personenbezogener Daten an Sponsoren. (Link)

    DSK Bank

    Bulgarien

    511.247 Euro (1.000.000 BGN)

    Fehlen geeigneter technischer und organisatorischer Maßnahmen zum Datenschutz, wodurch vertrauliche Daten von rund 33.500 Bankkund*innen in die Hände Krimineller gerieten. (Link)

    FUTURA INTERNATIONALE

    Frankreich

    500.000 Euro

    Unerlaubtes Cold Calling. (Link)

    Bounty (UK) Limited

    Vereinigtes Königreich

    474.850 Euro (400.000 Pfund)

    Unerlaubte Weitergabe personenbezogener Daten an insgesamt 39 Unternehmen, ohne dass die Betroffenen hierzu Informationen erhielten.

    SAS Sergic Invest

    Frankreich

    400.000 Euro

    Das Unternehmen beging Verstöße gegen das Minimierungs­prinzip und die Daten­sicherheit. Zudem erhielten unautorisierte Personen Zugang zu personen­bezogenen Daten. (Link)

    Centro Hospitalar Barreiro Montijo

    Portugal

    400.000 Euro

    Patienten­daten wurden einem zu großem Personen­kreis zugänglich gemacht. (Link)

    LaLiga Santander

    Spanien

    250.000 Euro

    Die Fußball­liga veröffent­lichte eine mobile App, die den Standort der Nutzer*innen erfasste und gleich­zeitig deren Mikrofon aktivierte, um die Lizenzierung von Fußball­über­tragungen in Bars und Kneipen zu über­prüfen. (Link)

    Bisnode

    Polen

    221.124 Euro (943.470 Zloty)

    Die Datenschutzbehörde UODO bestrafte das Unternehmen Bisnode für die unzuläng­liche Erfüllung der Auskunfts­pflicht nach Art. 14 im Zusammen­hang mit Werbe­aktivitäten. (Link)

    IDdesign A/S

    Dänemark

    200.800 Euro (1.500.000 Kronen)

    Der Möbel­hersteller speicherte Kunden­daten unzulässig lange. (Link)

    Stadtverwaltung Bergen

    Norwegen

    165.000 Euro (1.600.000 Kronen)

    Die städtische Verwaltung machte personen­bezogene Daten von 35.000 Personen, überwiegend Kinder, aufgrund unzu­reichender Sicherheits­maßnahmen öffentlich zugänglich.

    Taxa 4x35

    Dänemark

    160.700 Euro (1.200.000 Kronen)

    Das Taxiunternehmen speicherte Daten von acht Millionen Fahrten und verstieß damit gegen das Minimierungsprinzip.

    Liste der höchsten DSGVO-Strafen (Deutschland)

    Die nachfolgende Liste führt Bußgelder in Deutschland oberhalb der 10.000-Euro-Marke auf. Bußgelder aus anderen EU-Ländern findest du in der Tabelle oben.

    Unternehmen

    Bundesland

    Strafe

    Grund

    Hennes & Mauritz (H&M)

    Hamburg

    35.258.708 Euro

    Ausspähen von Personal/schwere Miss­achtung des Beschäftigten­daten­schutzes am Stand­ort Nürn­berg (Link)

    Deutsche Wohnen SE

    Berlin

    14.500.000 Euro

    Unzulässige Speicherung von Mieterdaten (Link)

    1&1 Telecommunication SE

    [Bußgeld durch Bundes­daten­schutz­behörde]

    9.550.000 Euro

    keine hinreichenden technisch-organisatorischen Maßnahmen zum Schutz von Kundendaten (Link)

    AOK

    Baden-Württemberg

    1.240.000 Euro

    Die Krankenkasse hatte Gewinnspiele veranstaltet und die dabei erhobenen personenbezogenen Daten widerrechtlich zu Werbezwecken verwendet. (Link)

    Callcenter-Unternehmen SG Sales and Distribution GmbH

    Bundesnetzagentur

    300.000 Euro

    Werbeanrufe für Strom- und Gaslieferverträge verschiedener Energieversorger erfolgten ohne Einwilligung der Betroffenen.

    ENERGYsparks GmbH

    Bundesnetzagentur

    300.000 Euro

    Werbeanrufe erfolgten ohne Einwilligung der Betroffenen.

    Nicht benannt

    Niedersachsen

    294.000 Euro

    Verstoß gegen den Beschäf­tigten­daten­schutz; „unnötig lange“ Speicher­ung von Personal­daten; „über­borden­des“ Personal­aus­wahl­ver­fahren mit Abfrage von Gesund­heits­daten (Link)

    Sky Deutschland Fernsehen GmbH & Co. KG

    Bundesnetzagentur

    250.000 Euro

    Werbeanrufe erfolgten ohne Einwilligung der Betroffenen.

    Delivery Hero SE

    Berlin

    195.407 Euro

    Unerwünschte Werbemails, unterlassene Löschung inaktiver Accounts, verschleppte Auskunftsverfahren

    Mobilcom Debitel

    Bundesnetzagentur

    145.000 Euro

    Werbeanrufe erfolgten ohne Einwilligung der Betroffenen, Missachtung von Widerrufen. (Link)

    E Wie Einfach GmbH

    Bundesnetzagentur

    140.000 Euro

    Werbeanrufe erfolgten ohne Einwilligung der Betroffenen.

    Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

    Nordrhein-Westfalen

    105.000 Euro

    Unzureichender Schutz von Gesundheitsdaten, falsche Rechnungslegung (Link)

    Lebensmittel-handwerksunternehmen

    Baden-Württemberg

    100.000 Euro

    Unzureichender Datenschutz auf unverschlüsseltem Bewerberportal. (Link, S.41)

    Vodafone Kabel Deutschland GmbH

    Bundesnetzagentur

    100.000 Euro

    Kundenrückgewinnung trotz Anrufuntersagung.

    Finanzunternehmen

    Baden-Württemberg

    80.000 Euro

    Unsachgemäße Entsorgung sensibler Dokumente. (Link, S.40)

    Nicht benanntes Klinikum/Krankenhaus

    Baden-Württemberg

    80.000 Euro

    Gesundheitsdaten der Patient*innen waren per Internet zugänglich (Link)

    Facebook Germany GmbH

    Hamburg

    51.000 Euro

    Das Social-Media-Netzwerk versäumte es, den Wechsel des Datenschutzbeauftragten der zuständigen Behörde mitzuteilen (Link)

    N26 Bank GmbH

    Berlin

    50.000 Euro

    Die Bank führte unzulässig eine „Blacklist“ unliebsamer Kund*innen (Link)

    Nicht benanntes Unternehmen

    Brandenburg

    50.000 Euro

    Fehlender Vertrag zur Auftragsverarbeitung gemäß Art. 28 Abs. 9 DSGVO mit einem Dienstleister.

    Knuddels GmbH & Co. KG

    Baden-Württemberg

    20.000 Euro

    Das Social-Media-Netzwerk speicherte und leakte unverschlüsselte Kunden-Passwörter (Link)

    Nicht benanntes Unternehmen

    Hamburg

    20.000 Euro

    Verspätete Meldung eines Datenlecks an die zuständige Behörde (Link, S.134)

    Werden DSGVO-Strafen jetzt immer höher?

    Davon ist auszugehen. Mehrere Landesdatenschutzbeauftragte haben schon angekündigt, dass die Kulanz gegenüber nachlässigen Unternehmen 2019 endgültig ihr Ende finde. Habe man bislang eher auf einen Informationseffekt gegenüber Unternehmen gezielt, sei nun regelmäßig mit hohen oder sehr hohen DSGVO-Strafen zu rechnen.

    „Die Aufsichtsbehörden brauchten ein bisschen Vorlauf (…). Jetzt werden Bußgelder regelmäßig verhängt, in größerem Umfang und auch mit höheren Beträgen. Ein fünfstelliges Bußgeld wird keine Seltenheit mehr sein. (…) Es geht um fünf- oder sechsstellige Beträge, in naher Zukunft auch um Bußgelder in Millionenhöhe.“

    Landesdatenschutzbeauftragter Stefan Brink (Baden-Württemberg), im Interview mit dem Spiegel, 24. Januar 2019

    Erfahre hier mehr über geahndete Verstöße gegen die DSGVO in Deutschland. Außerdem findest du hier Links zu Hintergründen und Geschichte der DSGVO.

    Weitere Link-Liste zu den einzelnen deutschen DSGVO-Strafen

    Hintergrund/weiterführende Links