5 Fakten über Business-Tarife, die du vielleicht noch nicht kennst

Mobilfunkanbieter werben um Geschäftskund*innen gerne mit sogenannten Bundles: Hier werden Flatrates und Datenpakete in Kombination mit besonders günstigen Geräten angeboten. Wir betrachten dieses Konstrukt einmal genauer. Nebenbei räumen wir mit fünf hartnäckigen Mythen auf.
Business-Mobilfunktarife
Business-Mobilfunktarife
Inhaltsverzeichnis

Mobilfunkanbieter versorgen Geschäftskund*innen gerne mit sogenannten Bundles: Hier werden Flatrates und Datenpakete in Kombination mit günstigen Geräten angeboten. Wir nehmen dieses Konstrukt und die dahinter liegenden Kalkulationen einmal unter die Lupe und räumen mit fünf hartnäckigen Missverständnissen auf.

Geschäftskundentarife – ja, aber welcher denn?

Bestimmt wolltest du schon öfter einen neuen Mobilfunktarif für dich privat buchen, nur um dann festzustellen, dass das gar nicht so leicht ist: Auf die Endverbraucher*innen wartet ein regelrechtes Tarif-Dickicht mit jeder Menge Rabattierungen, Sonderkonditionen und Kombinationen.

Ohne tiefgehende Recherche und spitzen Bleistift ist es schwer, die tatsächlichen Kosten zu ermitteln – kein Wunder also, dass sich Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox so großer Beliebtheit erfreuen.

Bei den Geschäftskundentarifen ist die Situation sogar noch unübersichtlicher. Ein Grund hierfür sind unter anderem die sogenannten Rahmenverträge.

Rahmenverträge als Rabatt-Vehikel

Über einen Rahmenvertrag können Verkäufer*innen der Netzbetreiber bzw. Service Provider Rabatte auf die monatlichen Grundgebühren einsteuern.

Was heißt das? Das bedeutet, dass es bei den Netzbetreibern in Deutschland (Telekom, Vodafone, Telefonica) eine enorme Kombinationsmöglichkeit aus Tarifen, Rabatten und Sonderkonditionen gibt.

Business-Tarife-MobilfunkDie Entscheidung für den richtigen Business-Tarif ist nicht leicht

Das ist an und für sich ja nicht schlecht, denn es erlaubt, Verträge flexibel zu gestalten und den Bedürfnissen des Unternehmens anzupassen. Befinden sich Einkäufer*innen allerdings in der Eigenrecherche, sind die Angebote nur schwer zu überblicken. Um die Marktvielfalt zu durchdringen und wirklich das beste Angebot für sich zu identifizieren, muss man sich entsprechend lange und intensiv mit dem Thema auseinandersetzen.

Beispiel: Eskalations-Rahmenverträge

Es wird sogar noch komplizierter, denn manche Netzbetreiber legen auf bestimmte Vertragskonditionen einen Händlerausschluss, sodass nicht jeder Rabatt von jedem Händler angeboten werden kann.

Unterschieden wird zudem zwischen Standard-Rahmenverträgen und Eskalations-Rahmenverträgen. Letztere bedürfen gewöhnlich der Zustimmung des Netzbetreibers, müssen also vom Händler mit dem Betreiber abgestimmt werden.

Rabatte vs. Provisionen: dein Raum für Verhandlungen

Verkäufer*innen erhalten für abgeschlossene Verträge eine Provision. Allerdings können sich Rabatte und Verkäuferprovision auch gegenüberstehen. Denn: Je mehr die Sales-Agents des Providers oder Händlers rabattieren, umso weniger Provision erhalten sie. Naturgemäß ist ihr Interesse an einem kräftigen Rabatt also nicht so hoch wie das des Käufers.

Business-Mobilfunktarife

Dennoch kannst du mit geschicktem Verhandeln und etwas Glück auch extrem günstige Tarife abschließen. Das hat zwei Gründe.

Business-Tarife: Absatzvorgaben

Erstens haben Verkäufer*innen manchmal bestimmte Absatzvorgaben zu erfüllen. Gelegentlich gilt es beispielsweise, Lagerbestände abzuverkaufen, denn das Lagern von Smartphones kostet Geld. Hier kannst du Schnäppchen machen.

Business-Tarif-Boni

Zweitens: Die Vertriebspartner*innen des Providers erhalten beim Abschluss von Mobilfunkverträgen Bonuszahlungen. Und diese Provisionierung kann auch gestaffelt erfolgen, wodurch sich neue Interessenlagen und Handlungsspielräume ergeben.

Nehmen wir an, ein Partner-Provider erhält für den Verkauf von 5.000 Tarifen im Quartal einen Bonus von 25.000 Euro, beim Verkauf von 10.000 einen noch höheren. Die Verkäufer*innen sind dann gelegentlich mit Blick auf die Bonuszahlung eher daran interessiert, überhaupt einen Abschluss zu erzielen, als eine hohe Provision für diesen einen Vertrag einzufahren.

Es lohnt sich also durchaus, mit dem Verkäufer oder der Verkäuferin zu sprechen und nicht einfach den momentanen Fokustarif über die Website zu buchen.

Die größten Mythen bei Business-Mobilfunktarifen

Wenn du für ein großes Unternehmen SIM-Karten benötigst, kannst du vielleicht sogar einen eigenen Rahmenvertrag aushandeln. Für kleinere Organisationen gilt, dass die vielfältigen Rabatte und Bundle-Möglichkeiten den Überblick über die Business-Tarife doch recht erschweren.

Zudem gibt es bei der Schnäppchenjagd nach günstigen Tarifen und Geräten eine Reihe von Mythen. Nachfolgend klären wir die fünf hartnäckigsten Missverständnisse rund um die Geschäftskundentarife auf.

Mythos 1: Mobilfunkanbieter erhalten saftige Herstellerrabatte auf Geräte

Viele denken, dass Mobilfunkanbieter als Großabnehmer saftige Rabatte von den Geräteherstellern wie Apple, Samsung, Huawei oder HTC erhalten. Diese würden dann weitergegeben.

Doch die Faktenlage ist etwas anders: Die meisten Mobilfunkanbieter nehmen die Mobilgeräte nämlich nicht direkt ab, sondern beziehen sie über Systemhäuser (hier findest du eine Liste der aktuellen Top-Systemhändler in Deutschland).

Systemhäuser erhalten tatsächlich Herstellernachlässe. Allerdings wollen sie aber auch Marge erwirtschaften und geben die Rabatte nicht einfach unverändert weiter. Die oft erstaunlich niedrigen Hardware-Zuzahlungen in diversen Bundles kommen anders zustande, siehe nächster Punkt.

Mythos 2: Im Bundle ist die Hardware deutlich billiger

Das kennst du bestimmt auch: Mobilfunkanbieter offerieren Geschäftskunden besonders günstige Endgeräte. Oft winken bei der Hardware-Ausstattung mehrere hundert Euro Ersparnis, was für Sparfüchse im Procurement und im Office Management natürlich sehr attraktiv ist. Besonders, wenn Geräte gleich zu Dutzenden oder Hunderten bestellt werden müssen.

Gerade bei den Top-Handymodellen werben die Mobilfunkanbieter gerne mit superniedrigen Zuzahlungspreisen. Zuzahlungen von 99 Euro oder gar nur einem einzigen Euro sind keine Seltenheit – für Endgeräte mit einem UVP zwischen 500 und 1.000 Euro oder noch höher. Wie kann das sein?

Business-Mobilfunktarife_Bundle

iPhones für nur ein paar Euro – wie geht das bei den Geschäftskundentarifen?

Die einfache Antwort: Die Geräte werden über den Tarif subventioniert.

Hier lohnt es sich deswegen, genau hinzusehen: Mit welchem Tarif ist das Gerät im Bundle kombiniert? Was würde dieser Tarif oder ein Tarif mit vergleichbaren Leistungen als SIM-only-Variante kosten?

Meistens stellt sich heraus, dass ein SIM-only-Vertrag (also nur die Mobilfunkleistung ohne dazugehöriges Gerät) 30 oder gar 40 Prozent günstiger gewesen wäre – was unter dem Strich über die gesamte Laufzeit gerechnet dann ungefähr dem Neugerätepreis entspricht.

Das bedeutet: Die Anzahlung wird als niedrigschwelliges Angebot gering gehalten, das Gerät wird aber letztendlich trotzdem von der Kundschaft abbezahlt. Nur eben nicht über die Anzahlung, sondern über die monatlichen Grundgebühren.

So gesehen handelt es sich bei Bundles eigentlich um einen Ratenkauf eines Endgerätes in Kombination mit einem Tarif. Als Einkäufer*in musst du dabei natürlich beachten, dass nach der Mindestlaufzeit die Hardwarezahlungen weitergehen, wenn du am Tarif nichts änderst. Du zahlst dann also weiter Raten für ein Gerät, das quasi schon vollständig abbezahlt wurde.

Meist gibt es mehrere Subventionsstufen. Bei Vodafone liegen diese beispielsweise in Schritten von fünf, zehn, 15 und 20 Euro vor. Man kann die Stufen übrigens in den öffentlich zugänglichen Vodafone-„InfoDoks“ einsehen. Das Beispiel für den Geschäfts-Tarif „Red Business+“ von Vodafone findest du hier. Achte auf die Preisunterschiede bei „mit Smartphone“ und „ohne Smartphone“.

Hierbei gibt es zwei ganz einfache Regeln, an die du dich bei der Auswahl von Geschäftskundentarifen erinnern solltest.

  1. Je höher bei einem Business-Tarif die Subventionsstufe ist, desto mehr verdient der Verkäufer.
  2. Je höher bei einem Business-Tarif die Subventionsstufe ist, desto niedriger sind die einmaligen Zuzahlungen. Wenn das Gerät sehr günstig ist, kann das also ein Hinweis auf eine hohe Subvention sein.

Alles klar soweit?
Wenden wir uns nun den sogenannten „Techfunds“ zu.

Mythos 3: Mit Techfunds kann man beim Gerätekauf kräftig sparen

Techfunds sind Gutschriften der Provider für Hardware. Unternehmen können diese dazu verwenden, Mobilgeräte in der gutgeschriebenen Höhe vom Provider zu beziehen.

Das klingt ja erstmal praktisch. Allerdings verlängert sich durch die Nutzung eines Techfunds fast immer auch die Laufzeit der bestehenden Mobilfunkverträge. Handelt es sich um eines der erwähnten Bundles mit Geräte-Subventionierung, werden die Einsparungen durch den Techfund erheblich geringer, weil du als Kunde dann ja länger Subventionszahlungen leistest.

Trägst du dich bereits bei Vertragsabschluss mit dem Gedanken, einen Anbieter-Techfund zu nutzen, solltest du die Beschaffungskosten der Hardware und die Tarifgebühren entsprechend immer über 36 Monate kalkulieren.

Mythos 4: Eine One-Carrier-Strategie ist besser

„Da haben Sie dann alle Ihre Business-Tarife aus einer Hand“ – wenn Unternehmen sich dazu entscheiden, alle ihre geschäftlichen Mobilfunktarife bei einem einzigen Netzbetreiber oder Provider zu buchen, hat das viele Vorteile. Man hat im Service nur einen Ansprechpartner oder -partnerin, nur eine Kundennummer, weniger Aufwand …

Das ist grundsätzlich auch richtig. Allerdings geben Unternehmen damit auch Flexibilität bei der Tarifauswahl auf.

Deine Tarifauswahl sollte sich grundsätzlich am tatsächlichen Bedarf ausrichten, und nicht an einer ungefähren Passung mit den Providerangeboten.

Bedürfnisse und Nutzerverhalten innerhalb eines Unternehmens können sehr unterschiedlich sein: Der international reisende CEO benötigt höchstwahrscheinlich einen ganz anderen Tarif als der einfache Regionalverkäufer; ein Uralt-Nokia als Bereitschaftshandy braucht keine Datenverbindung etc.

Wenn du dich gedanklich von der One-Carrier-Strategie verabschiedest, hast du schlicht mehr Auswahl: Du kannst die Business-Tarife aller Anbietervergleichen und entsprechend deiner Bedürfnisse genau den richtigen aussuchen. Bei einer Verbindlichkeit, die man für 24 oder 36 Monate eingeht, kann es sich durchaus lohnen, auch Consumer-Angebote und kleinere Anbieter mit zu vergleichen.

Bei Bedarf beraten wir dich gerne: Besuche dazu unsere Tarif-Seite.

Mythos 5: Das geht nicht anders

Es gibt durchaus Alternativen zu den Standardangeboten und Rahmenverträgen. Wir von Everphone empfehlen: Denke auch mal darüber nach, deine Firmenhandys zu mieten und mit maßgeschneiderten SIM-only-Tarifen auszustatten.

Der Vorteil: Ihr habt nur die Geräte im Haus, die ihr tatsächlich braucht. Im Rahmen einer „Choose your own Device“-Vergabe können deine Angestellten sogar selbst entscheiden, welches Smartphone-Modell sie am liebsten nutzen würden.

Ein* Mitarbeiter*in scheidet aus? Ihr gebt uns das Gerät einfach zurück.
Ein Firmenhandy geht verloren? Lösche per Remote-Wipe die Unternehmensdaten.
Das Gerät ist defekt? Wir tauschen es gegen ein neues aus – unbürokratisch und ohne weitere Kosten.

Die Everphone-Tipps für die Wahl des richtigen Business-Tarifs

Unsere Empfehlungen:

  • Lege genau fest, welche Verbindungsansprüche (z. B. Telefon-Flat, Datenvolumen, …) du für welche Anzahl von Firmenhandys hast.
  • Lege fest, welche Hardware du möchtest.
  • Denke bei deinen Berechnungen neben den Grundgebühren an die Einmalzahlungen und Aktivierungsgebühren.
  • Berechne die Subventionierungshöhe bei Bundles, um Tarife besser vergleichen zu können.
  • Vergleiche Bundles mit SIM-only-Tarifen.
  • Überdenke deine Carrier-Strategie.
  • Überdenke die Deployment-Variante eurer Geschäftshandys.

Geschäftskundentarife der Netzbetreiber

Die aktuellen Business-Tarife findest du hier:

Geschäftskundentarife-Rechner

Weitere Weblinks

Tarifbetreuung

B2B-Tarifbetreuung

Möchtest du die Telefontarife für dein Unternehmen optimieren? Unser freundliches Tarif-Team hilft dir gerne. 

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